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Lecture: Prof. Dr. Doris Feldmann and Dr. Christian Krug: Sentimentales, Heroisches und Männliches in filmischen Repräsentationen der britischen Arbeiterklassen, 1960-2000

Jul 08
8. July 2019 18:00 - 19:30
KH 1.019, Kollegienhaus, Universitätsstraße 15, Erlangen

Im Unterschied zu anderen europäischen Gesellschaften zeichnet sich Großbritannien noch immer durch ein deutlich ausgeprägtes Klassenbewusstsein aus, auch wenn ‚Klasse‘ als vermeintlich überkommene Kategorie im postindustriellen, vermeintlich meritokratischen Großbritannien gleichzeitig zurückgewiesen wird. Gerade in Momenten des gesellschaftlichen Umbruchs haben sich an der Kategorie ‚Klasse‘ immer wieder Debatten über institutionalisierte bzw. systemische Formen sozialer Ungleichheit entzündet. Dies gilt für die Ablösung von einer konsensorientierten Wohlstandskultur der 1950er Jahre bis hin zu den Umbrüchen des Thatcherismus und New Labours ‚Cool Britannia‘. Immer bleibt ‚Klasse‘ eine umkämpfte Kategorie heterogener soziokultureller Selbstverständnisse. Anhand einer Analyse ausgewählter britischer Filme soll gezeigt werden, wie in diesen Momenten gesellschaftlichen Umbruchs soziale Ungleichheit repräsentiert wird und welche unterschiedlichen Formen – von sozialem Realismus bis nostalgischer Romanze – die Filme dabei entwerfen. Der Fokus wird auf den spezifischen Klassenmythen und den diskursiven Verschiebungen des Konzepts der (Arbeiter-)Klasse liegen sowie auf sentimentalen wie heroischen Lebensmodellen und Gender-Subjektpositionen, welche die Filme anbieten.